Unser Leben und Ursprung

Unser Leben

Als Dominikanerinnen sind wir berufen, das Evangelium Jesu in unserer Zeit erfahrbar zu machen, in dem wir der befreienden Botschaft der Wahrheit nachspüren, der Hoffnung Raum geben, Liebe und Barmherzigkeit im Rahmen unseres Menschseins leben, weil wir all dies auch empfangen haben.

Jesus ist unser Wegbegleiter. Von ihm gesendet tragen wir seine Lebensweisen als Zeugen seiner bedingungslosen Menschenfreundlichkeit hinein in unsere Welt.

Unser Ursprung

Zeichen für unseren Weg mit Jesus ist die Lebensform der evangelischen Räte. Das Gelübde der Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam ist Ausdruck unserer Ganzhingabe an Gott. Entsprechend dem Charisma unseres Ordensgründers leben wir den prophetisch politischen Auftrag des Ordenslebens inmitten von Kirche und Gesellschaft.

Der heilige Dominikus sah Gemeinschaften im Predigerorden als ‚erste Predigt‘ – Orte an denen Gott durch die Qualität mitschwesterlicher Beziehungen erfahrbar werden kann. Wir legen Wert auf ein lebendiges und von aktiver Mitverantwortung gestaltetes Gemeinschaftsleben, damit Wachstum, Toleranz und Versöhnung wachsen können.

Der Geist des Hl. Dominikus, der heiligen Katharina und unserer Gründerinnen inspirieren uns entsprechend unserer Fähigkeiten, auf die Nöte unserer Zeit zu antworten. Im Jahre 1877 erreichten die ersten sechs Dominikanerinnen und eine Postulantin vom Kloster St. Ursula in Augsburg King William’s Town (Südafrika), um die Kinder deutscher Siedler zu unterrichten. Schwester Mauritia Tiefenböck, die Oberin der Gruppe, erkannte, dass viel Arbeit auf sie und ihre Schwestern wartete. Mit Hilfe neuer Kräfte aus der Heimat eröffneten sie Schulen und Missionsstationen. Sie arbeiteten mit an der Christianisierung Südafrikas und Zimbabwes.

 

Katharina von SienaKatharina von Siena
1347 – 1380

Katharina, Patronin unserer Kongregation

  • Kirchenlehrerin
  • lebte die Achtsamkeit des Herzens
  • ließ sich auf das Abenteuer ein mit Gott und den Menschen
  • verstand die menschliche Seele
  • nahm sich der Armen und Kranken an
  • besuchte die Gefängnisse
  • begleitete die Verurteilten auch auf ihren Tod hin
  • gründete eine neue Art von Gemeinschaft, ihre „Familie“,
  • die durch eine tiefe Spiritualität geprägt war
  • lebte und engagierte sich für die Kirche bis an ihr Lebensende

„Wie der Fisch im Meer und das Meer im Fisch, so sollt ihr ganz in Gottes Liebe geeint sein.“

Hl. Katharina von Siena

DominkusDominikus,
1170 – 1221

Der Gründer unseres Ordens

„Für das Heil der Welt“ gründete Dominikus seinen Orden, dem Papst Honorius III. 1217 den Namen „Prediger“ gab.
Als ein von grenzenlosem Erbarmen Gottes Ergriffener lag Dominikus zutiefst das Heil der Menschen am Herzen. Allen, die ihm begegneten,  neigte er sich liebend zu, ungeachtet der Herkunft, der Bildung und des Standes. Seine ausgeprägte Feinfühligkeit erspürte die Nöte seiner Zeit, auf die er mit dem Einsatz seines ganzen Lebens  unerschrocken antwortete.
Dominikus legte den Grund der zur Tradition gewordenen dominikanischen Lebensweise

‚Contemplari et contemplata aliis tradere‘

bedeutet,

‚das in der Kontemplation Erfahrene weitergeben, weiterschenken‘.

Aus der Kraft seiner Gottverwurzelung heraus verstand er es, Kontemplation und Aktion zu einer Einheit werden zu lassen und beidem den gebührenden Raum zu geben. Der Tag gehörte den Menschen, die Nacht der Zwiesprache mit Gott. Durch sein klares Lebenszeugnis machte er erfahrbar, was es bedeutet, Jesus nachzufolgen in aller Radikalität und Entschiedenheit. Bis heute haben sich Männer und Frauen anrühren lassen von dieser dominikanischen Spiritualität und sind seinen Spuren gefolgt.

Dominikus hatte erkannt, dass die Botschaft Jesu die Menschen seiner Zeit mehr in gelebter Armut und Bereitschaft zum Dialog erreicht,  als in Selbstgefälligkeit und ‚hoch zu Ross‘. So sandte er seine Brüder aus, den Menschen durch Wort und Beispiel den lebendigen Gott zu verkünden, der auch „keinen Ort hat, wo er sein Haupt hinlegen kann“ (Matth 8,20).

Wie Jesus selbst, hat auch Dominikus keine Schriften hinterlassen. Alle aber, die mit ihm unterwegs waren oder in seiner Nähe Heilung erfuhren, erspürten seine lebendige Beziehung mit Gott.