Sr. Edelgard vor unserem Waldkäpellchen

 

 

Gemeinsam mit Sr. Josefa schreibt sie:

 

Unter großen schattenspendenden Bäumen steht unsere kleine Waldkapelle. Das “Kapellchen im Wäldchen” von Schlehdorf ist ein Ort der Stille und der Meditation inmitten eines kleinen Mischwaldes, nahe am Mühlbach, der zum Kochelsee führt. Erbaut wurde die kleine Marienkapelle von den Schlehdorfer Missions-Dominikanerinnen im Jahre 1935. Die Schwestern gönnten sich dort, inmitten unberührter Natur, Zeiten der Ruhe und des Gebetes. Die kleine Glocke im Turm läutete für viele Jahre vor dem Mittagessen den Angelus ein und sie beendete das Tagewerk am späten Nachmittag mit dem Vesperläuten. Schwestern und Nachbarschaft – damals noch ohne Uhren am Handgelenk – folgten so dem von der Glocke vorgegebenen Tagesrhythmus.

Klöster waren früher notwendigerweise wirtschaftlich in vieler Hinsicht autonom, so unterhielt das Kloster Schlehdorf u.a. eine Malschule. Die Leiterin der Schule, Sr. Constancia Feuerstein, eine Nichte des Münnchner Malers Martin von Feuerstein, malte in dem damals vorherrschenden Stil der “Nazarener”. Das von ihr gestaltete Altarbild zeigt die innige Verbundenheit zwischen Maria und dem Kinde Jesus. Dass zugleich das Kloster Schlehdorf auf dem Bild zu sehen ist, unterstreicht das große Anliegen der Schwestern, sich selbst und das ganze kloster dem Schutz der Muttergottes anzuvertrauen.

Den Bau führte der Vater von Sr. Emily Russ unentgeltlich aus, restauriert wurde er 2019.

Den Festtag Maria Himmelfahrt in diesem Jahr, zugleich der Jubiläumstag der Einweihung unseres Waldkapellchens vor 85 Jahren, nahmen wir zum Anlass, unsere Vesper an diesem Tag im Waldkapellchen zu beten.

Einige Schwestern “pilgerten” am Spätnachmittag dort hin. Obwohl am Nachmittag ein Gewitter aufzog, das jedoch schnell vorüber ging, konnten wir bei herrlichem Sommerwetter unseren Dank und unser Lob in der Kapelle beten und singen.

Es ist erfreulich, dass immer wieder Schwestern und Spaziergänger hier im Kapellchen innehalten und die Einladung annehmen, die die schattigen und sonnenbeschienen Gartenbänke um das Kapellchen anbieten.

Sr. Edelgard/Sr. Josefa