Gedanken zur Fotografie

„Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut."

Dieses Qualitätsmerkmal für ein Foto stammt vom großen Fotografen Henri Cartier-Bresson (1908-2004)

Er sagte auch diesen Satz:

„Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten.“

Die Zehntausendermarke habe ich längst hinter mir, denn ich fotografiere seit 65 Jahren. Als kleines Schulmädchen hatte ich völlig unerwartet das Glück, von meiner viel älteren Schwester eine kleine, einfache Kamera geschenkt zu bekommen. Unser Dorffotograf, der mich damit hantieren sah, zog mir einen Schwarzweißfilm ein und schickte mich damit zum Shooting - wie das heute neudeutsch heißt. Auf dem ersten, entwickelten Filmstreifen, der durch Streulicht ziemlich ramponiert war, konnte ich das Gesicht meiner Mutter erkennen – und in diesem Moment ging bei mir eine Schleuse auf. Die Lust am Bild hat mich nie mehr verlassen. Bis heute gehe ich ungern ohne Kamera aus dem Haus, wenn sie nicht dabei ist, fehlt mir etwas Wichtiges.

Ich war in der Fotografie ein Leben lang Autodidaktin: Schwarzweißlabor, Farbabzüge, Dias, Fotokurse für Schüler, Diavorträge und endlich, endlich Digitalzeitalter. Mit dem Digitalbild war es viel leichter geworden, die großen Abzüge für Ausstellungen zu bewerkstelligen.

Mein Hauptinteresse war immer die Makrofotografie, das Kleine, das Unscheinbare, das, was man so leicht übersieht, was aber die Grundlage für das Große ist. Über die Fotografie begriff ich langsam, dass wir als Menschen immer, auch in schweren Zeiten, ein Quantum Schönheit zum Leben brauchen.

Meine Erkenntnis aus der Fotografie fasse ich so zusammen:

„Die Schönheit gibt der puren Existenz den Glanz der Lebendigkeit.“

Wenn Sie als Betrachter dieser Homepage, das Bedürfnis hatten, das eine oder andere Bild länger als eine Sekunde anzuschauen, dann ist der Zweck meiner Fotografie in Erfüllung gegangen!

 

Sr. Josefa Thusbaß
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